Donnerstag, 23. März 2006

Schnelles Geld

Mein Vermögen beläuft sich auf über 104 Millionen Euro. Nicht schlecht, was man aus 15 Millionen machen kann - an einem Nachmittag, beim Monopoly.

Eigentlich ist es ganz leicht: Man kaufe alles Mögliche, investiere in Appartements und Hotels und warte, bis andere sich das Verweilen auf den eigenen Grundstücken nicht mehr leisten können. Dann geht es nur noch darum, den Anderen, sobald ihnen das Geld ausgeht, ihre Grundstücke abzunehmen. Kurz gesagt, die Anderen in den Ruin zu treiben.

In diesem Zusammenhang mag es recht witzig klingen, dass die Anforderungen an die Spielerinnen und Spieler laut Wikipedia Würfeln, Zählen – und soziale Kompetenz – sind. Letzteres bezieht sich wahrscheinlich eher auf das gekonnte Verhandeln.

Natürlich macht es Spaß immer mehr zu haben. Die gute unstillbare Gier sorgt schon dafür, dass sie nicht zu kurz kommt. und, wenn man erst einmal so richtig viel besitzt, braucht man eigentlich nicht mehr viel dazu beizutragen - Geld kommt schließlich zu Geld. Wann man endlich etwas davon hat, interessiert jetzt eigentlich nicht wirklich.

Nur langsam wird es langweilig. die ersten Spielerinnen und Spieler verabschieden und unterhalten sich – über das richtige Leben, während Andere immer noch daran glauben eine Chance zu haben und doch noch, mit eher weniger Freude, mehr oder weniger verbissen, mitspielen.

Verblüffend, welche Parallelen sich zum Alltag ergeben. Haben Sie schon welche erkannt?

Wie oft werden treffen mit Freunden abgesagt, weil noch gerade eindringender Termin oder ein total wichtiges Projekt dazwischen gekommen ist? Wie viele Freunde bleiben und melden sich noch, auch wenn man sie immer wieder vertröstet, weil es nur noch wenige Wochen dauert, bis das eine Projekt abgeschlossen ist? Überrascht es sie wirklich, dass sich nichts ändert - außer vielleicht, dem ganz wichtigen Projekt?

Aber was ist am Ende, wenn das Spiel des Berufslebens gewonnen oder, schlicht zu Ende, ist? Das klingt sehr theatralisch, zugegeben. Aber fragen wird man ja noch dürfen.

Karriere machen ist eine tolle Sache - wenn man noch weiß, wie die Partnerin oder der Partner in wachem Zustand aussieht und Freunde es noch nicht aufgegeben haben, einen persönlichen Termin mit Ihnen zu bekommen. einen „Termin“ mit Freunden. Schon alleine die Verwendung dieses Begriffs, sollte Sie nachdenklich machen.

Und wenn sie sich vielleicht einmal die Frage stellen, „am i too busy for my life?“, könnten Sie versuchen, den Weltrekord des längsten Monopoly-Spiels in einer Badewanne zu brechen. Vorausgesetzt, Sie hatten die Zeit, eine Partnerin oder einen Partner zu finden, mit der oder dem das wirklich Spaß machen könnte. Nach 99 Stunden hätten Sie es dann geschafft.

BUSYPEOPLECOACHING [Coaching Wien]

Mag. Michael Sicher, MSc [Coach Wien]
1160 Wien

2 Comments:

Blogger Erna Schablonski said...

Sehr geehrter Herr Coach,

da haben Sie den Nagel wirklich auf den Kopf getroffen.
Da ich als "Dienstbote" hautnah Reichtum erlebt habe, weiß ich, dass er die wirklich wichtigen menschlichen Bedürfnisse leider (?) nicht befriedigen kann und in Wahrheit soooowas von langweilig ist.

Mit besten Grüßen

Erna Schablonski

Donnerstag, 05 April, 2007  
Blogger tirolwilly said...

Grüß Gott Herr Mag. Sicher,
ein super Beispiel dieses DKD-Spiel
Geld+Reichtum geschaffen durch Konkurrenzdenken sind nie von Dauer.
Schöpferische Kräfte müssen wir dafür einsetzen.
Nur wenn wir einen größeren Nutzwert bieten, als wir an Geldwert erhalten, ist dies duerhaft BEGLÜCKEND. LG Willy.

Dienstag, 17 April, 2007  

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home

Bookmark and Share